Ein Leporello zum Thema «Nichts». Die eine Seite des Leporellos beinhaltet ausschliesslich Text, die andere nichts als Bild. Beide haben ein gemeinsames Ziel: Das Nichts einzukreisen.
Es ist ein hochkomplexes Thema, kontrovers diskutiert, niemals zu erfassen. Das Leporello versucht Stellung zu beziehen und begnügt sich dennoch damit, das Wesen des Nichts höchstens zu streifen. Dazu benutzt es verschiedene Ansätze: philosophische, technische, künstlerische, fragende.
Die Bildseite zeigt in einer Sequenz eine rotierende Maschine. Ich nenne sie die «Nichtsmaschine». Während sie sich immerzu dreht, zieht sie unablässig eine Bleistiftlinie, nur um sie kurze Zeit später spurlos auszuradieren.
Ein augenfälliges typografisches Merkmal der Textebene sind die Fussnoten, die quantitativ deutlich mehr als die Hälfte des Texts ausmachen und an einer unsichtbaren Linie unterhalb des grösser und schwerer gesetzten Hauptstrangs hängen. Das Leporello lässt sich so falten, dass sich ein Umschlag mit schmalem Buchrücken ergibt.