Es ist die Geschichte der Zweckentfremdung einer alten Kopiermaschine. Am Anfang stehe ich vor der Frage nach dem künstlerischen Potenzial meines frisch restaurierten Mimeographen. Nach scheinbar endlosen Versuchsanordnungen drängt sich schliesslich die Frage nach der Wertzuschreibung auf. Wie wertvoll ist eine Kopie? Eine allgemeingültige Formel scheint es in Bezug auf den Wert eines Dokuments nicht zu geben. Als es mir letztendlich gelingt, mithilfe des Mimeographen gewohnte Strukturen aufzubrechen und Unikate in Serie zu produzieren, stelle ich das Verhältnis von Unikat und Kopie infrage. Mit einem Mal scheint die Vervielfältigung nicht mehr mit einer Entwertung des Einzelnen einherzugehen. Ein Spiel mit Einzigartigkeit und Wiederholung, Kopie und Unikat.
Die Arbeit trägt den Werktitel «Zum Unikat degradiert». Mit ihr gewinne ich 2020 den Förderpreis «Design» der Paul Boesch Stiftung. Die Projektdokumentation ist in der Nationalbibliothek ausleihbar.