Um herauszufinden, wie teuer ich am Kunstmarkt gehandelt werde, begehe ich das Gegenteil von Diebstahl. Ich male ein Bildchen, idealisiert, mit stahlblauem Himmel. In seinem Stil reduziert, flächig, grafisch. Es zeigt zwei Wohnblocks im Tscharnergut mit reichlich grünem Umschwung. Das kleine Gemälde rahme ich möglichst altmodisch und gehe damit in ein Brockenhaus in Bümpliz. Ich sehe mich eine Weile unauffällig um. In einem unbeobachteten Moment zücke ich mein kleines Meisterwerk und tue, als hätte ich es soeben bei den Gemälden entdeckt. Nur war eben dummerweise kein Preis angeschrieben. An der Kasse erkundige ich mich, was das Bild koste. Nach einer kurzen Abklärung steht mein Marktwert fest: Zwei Franken neunzig.