Immer wieder stelle ich verblüffende Gemeinsamkeiten von Architektur und Grafikdesign fest – als wäre Gestaltung etwas Universelles. Eine ganze Reihe Prinzipien und Denkansätze scheinen sich ohne Weiteres von der einen auf die andere Disziplin übertragen zu lassen.
Als die Gemeinde Münsingen ihre Bewohnerinnen und Bewohner auffordert, Vorschläge für einen neuen Dorfkreisel einzureichen, beschliesse ich teilzunehmen und ein Architekturmodell zu bauen. Ich schlage vor, den Kreisel in zwei «Sphären» zu unterteilen. Die äussere ist für Verkehrsteilnehmer und Passanten sichtbar und besteht aus einer ovalen, etwa drei Meter hohen Efeuwand, die von einer Metallbande gesäumt wird. Diese «Insel» soll das Dorfbild begrünen und als zeitlose architektonische Form eine Projektionsfläche für ein immerwährendes Licht- und Schattenspiel sein.
Die innere Sphäre ist dagegen uneigennützig. Sie besteht aus der Fläche, die das Oval einschliesst und ist mit Wiese und Büschen bepflanzt. Diese innere Sphäre ist ein Raum, der der Natur zurückgegeben und auf diese Weise wieder nutzbar gemacht wird. Es ist eine Parallelwelt inmitten des städtischen Münsingen. Ihr einziger Zugang ist eine Kamera, die Livebilder an einen Screen liefert, der in der angrenzenden Fussgängerzone steht.